Artikel-Schlagworte: „Lernorganisation“

22. November 2011

Durchstarten Hausübungsmanagement – Teil 3

Innerer Schweinehund

Ihr Kind hat keine Lust auf Hausübungen? Es wäscht sogar das Geschirr freiwillig ab, nur um nicht mit den doofen Hausübungen beginnen zu müssen?

Mit dieser „Grundstimmung“ ist Ihr Kind nicht alleine. Vielen Schülerinnen und Schülern ergeht es des Öfteren so. Es ist auch eigentlich logisch, denn: Wir tun nur das freiwillig, was uns Spaß und Erfolg, Lob und Anerkennung bringt.

Im Gegensatz dazu vermeiden wir, was uns Ärger, Frust und Beleidigungen bringt. Kurz: Alles, was unser Selbstwertgefühl verletzt.

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Vorteile ein neues Verhalten den Hausübungen gegenüber bringen könnte.

Das könnte z.B. so aussehen:

Derzeitiges Verhalten:
Ihr Kind macht die Hausübungen am Sonntag Abend

VORTEILE NACHTEILE
• Unter der Woche mehr Zeit • Keine Zeit, bei Problemen noch Freunde zu fragen
• Es arbeitet unter Druck besser • Kann länger dauern als geplant; dann wird der Abend auch mal sehr lang
• Mutter/Vater hilft mit • Es darf nichts dazwischenkommen
• Sonntag Abend ist ihm sowieso langweilig • Ist den Sonntag über schon in Gedanken bei den Hausübungen

Gewünschtes Verhalten:
Hausübungen sofort machen

VORTEILE NACHTEILE
• Ihr Kind kann besser planen • Ihr Kind kommt später als sonst zu seinen Freizeitaktivitäten
• Bei Schwierigkeiten hat es  genügend Zeit, Freunde zu fragen bzw. die Aufgabe aufzuschieben • Muss die Aufgaben alleine machen
• Es braucht nicht mehr die ganze Zeit an die Aufgaben zu denken • Muss sich überwinden, die Hausübungen gleich zu machen
• Hat das ganze Wochenende frei

Wenn nach einer Analyse die Vorteile des gewünschten Verhaltens die Nachteile überwiegen, dann sollte man das bisherige Verhalten ändern und den inneren Schweinehund überwinden.

ELTERN-SPEZIALTIPP

Sie könnten die Verhaltensänderung Ihres Kindes belohnen.

Bedenken Sie: Die wertvollste Belohnung ist meist nicht Belohnung in Form von Geld oder anderer materieller Dinge.

Belohnen Sie Ihr Kind, indem Sie ihm Ihre Zeit schenken. Unternehmen Sie gemeinsam etwas – schauen Sie zu bei seinem Fußballmatch, hören Sie zu bei ihrer Bandprobe …

24. Oktober 2011

Durchstarten Hausübungsmanagement – Teil 2

(Bewusst) Pause machen

Auch wenn Ihr Kind noch so tüchtig an einem neuen Stoffgebiet lernt, hin und wieder ist es kurz abgelenkt, zB ein Blick aus dem Fenster, ein Gedanke an den Freund/die Freundin … Das sind unbewusste Pausen, die beim Lernen ganz normal sind. Das Gehirn managt das ganz automatisch, es stoppt sozusagen die Aufnahme weiterer Informationen, um den Stoff in Ruhe für sich nacharbeiten zu können. Während Ihr Kind also an Freunde denkt, arbeitet das brave Gehirn weiter. Man gönne ihm diese „automatischen Pausen“, das fördert den Lernerfolg – und Beziehungen;-)

Wenn Ihr Kind allerdings Hausübungen macht, bei denen es immer dasselbe tun muss, zB eine bestimmte Zeit bilden, dann schaltet sein Gehirn nicht auf „Pause“. Die Folge ist, dass die Konzentration rasch nachlässt und sich sogenannte „Flüchtigkeitsfehler einschleichen.

Wenn Ihr Kind daher bei solchen Hausübungen keine bewusste Pause macht, verlangsamt sich sein Arbeitstempo automatisch und außerdem macht es noch dazu Fehler.

GUTER TIPP: 25 Minuten Lernzeit + 1 x 5 Minuten Pause
BESTER TIPP: 25 Minuten Lernzeit + 5 x 1 Minute Pause