Artikel-Schlagworte: „Lernmanagement“

21. Dezember 2011

Brief an das (Christ)Kind

(oder den Weihnachtsmann oder noch besser: an beide)

Nicht nur Ihre Kinder dürfen zu Weihnachten Wünsche äußern. Trauen Sie sich auch! Wünschen Sie sich was! Gerade weil jetzt die Weihnachtsferien kommen, das Thema „Schule“ ruht und eine gewisse „Schulentspannung“ eintritt, horchen Sie mal in sich hinein:

Welche Wünsche habe ich bezüglich des Schulerfolges meines Kindes? Hier eine kleine Auswahl:


  • Mein Kind soll ein guter Schüler/eine gute Schülerin sein,
    - damit es sich wohlfühlt- damit es gute Berufschancen hat- damit es keine Angst vorm Durchfallen haben muss

    - damit das Ansehen der Familie nicht leidet

    - damit das Ansehen des Kindes nicht leidet

  • Mein Kind soll eine stressfreie Schulzeit erleben,
  • - daher lerne ich mit ihm

    - daher bekommt es Nachhilfe

    - daher muss es immer brav mitlernen

    - daher muss es seine Hausübungen immer machen

  • Mein Kind soll sich an Leistungsdruck gewöhnen. In der
  • Arbeitswelt kann es dann besser damit umgehen.
  • Weitere Wünsche?

Erzählen Sie Ihrem Kind im Verlaufe der Weihnachtsferien bei passender Gelegenheit (eher nicht beim Auspacken der Geschenke) von Ihren schulischen Wünschen. Begründen Sie sachlich jeden einzelnen Wunsch. Oft kennen Kinder diese Erwartungen ihrer Eltern nicht. So aber hat Ihr Kind die Möglichkeit, sich auf sachlicher Ebene mit Ihren Bedürfnissen auseinanderzusetzen und wird zu Ihrem ganz speziellen (Christ)Kind, wenn es Ihnen den einen oder anderen Wunsch im nächsten Jahr erfüllen wird und in der Schule richtig durchstartet.

FROHE WEIHNACHTEN!

Abb.: MEV Verlag/Eva Kaschewski
 
22. November 2011

Durchstarten Hausübungsmanagement – Teil 3

Innerer Schweinehund

Ihr Kind hat keine Lust auf Hausübungen? Es wäscht sogar das Geschirr freiwillig ab, nur um nicht mit den doofen Hausübungen beginnen zu müssen?

Mit dieser „Grundstimmung“ ist Ihr Kind nicht alleine. Vielen Schülerinnen und Schülern ergeht es des Öfteren so. Es ist auch eigentlich logisch, denn: Wir tun nur das freiwillig, was uns Spaß und Erfolg, Lob und Anerkennung bringt.

Im Gegensatz dazu vermeiden wir, was uns Ärger, Frust und Beleidigungen bringt. Kurz: Alles, was unser Selbstwertgefühl verletzt.

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Vorteile ein neues Verhalten den Hausübungen gegenüber bringen könnte.

Das könnte z.B. so aussehen:

Derzeitiges Verhalten:
Ihr Kind macht die Hausübungen am Sonntag Abend

VORTEILE NACHTEILE
• Unter der Woche mehr Zeit • Keine Zeit, bei Problemen noch Freunde zu fragen
• Es arbeitet unter Druck besser • Kann länger dauern als geplant; dann wird der Abend auch mal sehr lang
• Mutter/Vater hilft mit • Es darf nichts dazwischenkommen
• Sonntag Abend ist ihm sowieso langweilig • Ist den Sonntag über schon in Gedanken bei den Hausübungen

Gewünschtes Verhalten:
Hausübungen sofort machen

VORTEILE NACHTEILE
• Ihr Kind kann besser planen • Ihr Kind kommt später als sonst zu seinen Freizeitaktivitäten
• Bei Schwierigkeiten hat es  genügend Zeit, Freunde zu fragen bzw. die Aufgabe aufzuschieben • Muss die Aufgaben alleine machen
• Es braucht nicht mehr die ganze Zeit an die Aufgaben zu denken • Muss sich überwinden, die Hausübungen gleich zu machen
• Hat das ganze Wochenende frei

Wenn nach einer Analyse die Vorteile des gewünschten Verhaltens die Nachteile überwiegen, dann sollte man das bisherige Verhalten ändern und den inneren Schweinehund überwinden.

ELTERN-SPEZIALTIPP

Sie könnten die Verhaltensänderung Ihres Kindes belohnen.

Bedenken Sie: Die wertvollste Belohnung ist meist nicht Belohnung in Form von Geld oder anderer materieller Dinge.

Belohnen Sie Ihr Kind, indem Sie ihm Ihre Zeit schenken. Unternehmen Sie gemeinsam etwas – schauen Sie zu bei seinem Fußballmatch, hören Sie zu bei ihrer Bandprobe …